Glossar Waschmittelzusätze

Stoffwindeln sind gut für Babys Haut und die Umwelt – ein ökologisches Waschmittel sorgt dafür, dass es dabei bleibt.

Der Einsatz von Waschmittelzusätzen wie Entkalker, Sauerstoffbleiche und Enthärter kann verwirren. Hier findet ihr Infos zum ökologischen Waschen mit Anwendungsempfehlungen.

(Wird laufend ergänzt, alphabetisch geordnet)

  • Baukastensystem

Einige Hersteller bieten aufgrund der Umweltproblematik von Vollwaschmitteln (siehe unten) individuell anpassbares Waschmittel an, das aus drei Komponenten besteht: Grundwaschmittel, Sauerstoffbleiche und Enthärter. Hier sei besonders Passt! Waschkampagne , Sonett Baukastensystem und das Sodasan Baukastensystem (Sensitiv Waschmittel, Enthärter und Sauerstoffbleiche) zu erwähnen. Sodasan kommt sogar ganz ohne den Enthärter mit Zeolithen aus.

Leider hat dies in der Vergangenheit dazu geführt, dass einige Stoffwindelnutzer stinkende Windeln hatten.

Man muss den Baukausten richtig zusammenstellen und darf bei normal verschmutzten Stoffys nicht einfach nur das Grundwaschmittel benutzen oder die Sauerstoffbleiche weglassen (auf diese kann nur bei kühler Lagerung und wenig Verschmutzung verzichtet werden). Auch den Enthärter kann man falsch dosieren und Stinkewindeln bekommen. Was also tun?

1. Den Enthärter richtig dosieren: Unter Deutschlandweite Suchfunktion Wasserhärte findet ihr euren individuellen Härtegrad und könnt dann auf der Rückseite des Enthärters die Dosierung wählen.

2. Wenn ihr euch unsicher seit, ob die Windeln stark verschmutzt sind, generell 1 EL Sauerstoffbleiche in die Wäsche, wenn sie nicht stark verschmutzt sind (windelfrei), werdet ihr es merken. Sauerstoffbleiche an sich ist kaum umweltbelastend und ihr könnt hier also nix falsch machen.

  • Enthärter (Silikate wie Zeolith A, Polycarboxylate, Natriumcitrat, Natriumcarbonat):

Enthärter wirkt auf kalkhaltiges/hartes Wasser und neutralisiert es. Wer mit Pulvervollwaschmittel auf Seifenbasis wäscht, hat meist schon den Enthärter drin.

Wenn man zu viel Enthärter verwendet, mindert das die Waschleistung und fördert den Absatz von Kalkseifenresten genauso wie eine Unterdosierung.

Wer aufgrund von hartem Wasser viel Enthärter braucht, kippt meist viel Vollwaschmittel in die Wäsche, obwohl dann die anderen Bestandteile überdosiert werden (unökologisch und unökonomisch). Vollwaschmittel kann auf den individuellen Härtegrad des Wassers in eurem Ort nur schlecht eingehen (Deutschlandweite Suchfunktion Wasserhärte).

Wenn ihr also euren Härtegrad kennt, könnt ihr den Enthärter und auch die Sauerstoffbleiche (Infos dazu bald) individuell und clever dosieren.

Je nach Anbieter besteht der Enthärter aus Zeolith A (Inonenaustausch) oder anderen löslichen Silikaten. Sie wirken unterschiedlich auf eure Wäsche. Bei Zeolith A besteht bei falscher Dosierung immer die Gefahr, dass sie sich aufgrund ihrer Unlöslichkeit in den Stoff ablagern und stinkende Windeln verursachen können. Einige Waschmittelanbieter kombinieren auch lösliche und unlösliche Silikate (z.B. Sonett). Bei ‚Passt‘ von der Waschkampagne wird Zeolith A verwendet und man kauft sich das Fertigwaschmittel dem Härtegrad entsprechend. Auf Nachfrage bei Sodasan wurde uns erklärt, dass Zeolith A ein unlöslicher Stoff ist und es besteht die Gefahr, dass Rückstände auf der Wäsche verbleiben. Mittlerweile setzt SODASAN deshalb ein lösliches Silikat ein, um dieses Problem zu vermeiden. Schaut deshalb mal auf die Inhaltsstoffe eures Enthärters.  Links: Sodasan Enthärter* (ohne Zeolith A: Sodium Carbonate
Sodium Silicates ); Sonett *(mit Zeolith A, Soda und Citrat).

  • Entkalker (Milchsäure, Essigsäure, Zitronensäure):

Ja, auch Stoffwindeln können verkalken (Mineralien aus dem Wasser, sowie Urinkristalle setzen sich gerne in den Fasern ab). Beim Trocknen bleiben Kristalle auf den Fasern liegen und sie beginnen zu müffeln. Dieser Effekt ist um so stärker, je höher die Restfeuchtigkeit nach der Wäsche ist (deshalb Schleudern mit 1000 Umdrehungen ⇒ Tipps zum Stoffwindeln-Waschen).

ACHTUNG: Einge Firmen nennen ihren Enthärter Entkalker (da ist also keine Milchsäure drin sondern Silikate) oder es ist Zitronensäure. Für eine dauerhafte Nutzung von Entkalker für weiche, saubere Stoffys ist nur die reine Milchsäure empfehlenswert.

Für die Stoffy-Wäsche mit ÖkoFlüssigwaschmittel eignet sich reine Milchsäure, sie ist zart zu den Windeln (Zitronensäure oder Essig ist für die dauerhafte Anwendung zu scharf).

Empfehlung: Zu jeder Stoffywäsche dazu, wenn ihr mit einem ökologischen Flüssigwaschmittel wascht. Auf der sicheren Seite seid ihr mit der doppelten Dosis (10 ml Waschmittel, 20 ml Entkalker)

Wer nicht so kalkhaltiges Wasser hat, kann auch runter gehen mit dem Entkalker, muss aber dann evtl. wegen der Waschleistung mit dem Waschmittel wieder hoch. Entkalker pusht die Waschleistung des Flüssigwaschmittels.
Das heisst: Entkalker macht die Wäsche extra sauber, man kann dann das Flüssigwaschmittel verringern und sogar Hanf wird weich.

Aber, nicht zu Pulverwaschmittel oder Sauerstoffbleiche dazugeben, sie neutralisieren sich gegenseitig. Die Waschleistung wäre minimal.

Wer mit Pulver wäscht sollte eher regelmässig seine Maschine ohne Wäsche mit Zitronensäurepulver entkalken. Entkalker nicht mit Enthärter (siehe oben) verwechseln.

  • Öko! Flüssig-Waschmittel:

Flüssigwaschmittel enthält keine Bleichmittel, dieses würde sich im Flüssigwaschmittel neutralisieren. Konventionelle Flüssigwaschmittel enthalten aber Konservierungsstoffe und andere ungünstige Bestandteile, weswegen davon abzuraten ist.

Wenn man auf ökologisches Flüssigwaschmittel setzt und dieses mit Entkalker kombiniert spart man drastisch Waschmittel (z.B. 10 Liter Kanister Ulrich = 12 Monate die gesamte Haushaltswäsche (ausser Wolle) nutzbar).

Oft wird gesagt, dass flüssiges Waschmittel ineffizient, umweltbelastend und unhygienisch sein soll – das ist schlichtweg falsch, wenn man ein ökologisches wählt und mit Entkalker kombiniert. Wer stark verschmutzte Windeln hat, kann auch ab und zu auf Vollwaschmittel oder das Baukastensystem zurückgreifen und Sauerstoffbleiche hinzufügen.

  • Vollwaschmittel

Ist ein pulverförmiges Konzentrat, das ohne Füllstoffe auskommt und deshalb sehr ergiebig ist. Enthärter ist schon drin, also vordosiert. Das kann aber besonders bei Stoffwindeln problematisch sein, denn die enthaltene Enthärterdosis passt nicht immer zum Härtegrad des jeweiligen Haushalts. Das bedeutet entweder eine unnötige Umweltbelastung oder stinkige Stoffwindeln. Wer also Probleme mit stinkenden Windeln hat oder sein Waschmittel hoch dosieren muss um effektiv  zu waschen, sollte sich das Baukastensystem näher anschauen, hier kann bedarfsgerecht dosiert werden. Wer aber trotzdem lieber mit einem Kompaktwaschmittel waschen möchte, sollte ein gutes, umwelt- und babyfreundliches Waschmittel wählen, welches für Stoffwindeln prima geeignet ist: Sodasan Sensitiv im Papierbeutel* und das mit Sauerstoffbleiche* oder Ulrich Fleckensalz kombinieren. Für schwere Verschmutzungen bei Stoffwindeln oder Stoffwindelverleih/Waschservice empfehlen wir das etwas teurere Ulrich Natürlich Windelwaschmittel.

  • Pulver-Waschmittel:

Die meisten (Stoffwindel-) Haushalte setzen auf Pulver. Das liegt unter anderem am schlechten Ruf von Flüssigwaschmittel oder an der Handhabbarkeit. Pulverwaschmittel ist meist ökologischer, allerdings wird die Wäsche relativ hart, was der dazugehörige Enthärter* auch nicht ändern kann, denn er ist nur für die Sauberkeit zuständig – die Windeln bleiben trotzdem hart.

Entkalker würde die Wäsche weicher machen, reagiert aber mit Pulverwaschmittel aufschäumend und neutralisiert sich.

Wer weiche Stoffwindeln haben möchte, aber weiter auf Pulver setzen will, gönnt seinen Stoffies ab und zu eine Entkalkerkur:

Einweichen in einem Waschzuber mit Wasser und circa 20-30 ml Ulrich Natürlich Entkalker dazu, er macht nicht nur weicher, sondern auch ohne scharfe Chemikalien schön sauber.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Wäsche kurz im Wäschetrockner anzutrocknen. Auch Trocknerbälle aus Wolle* reduzieren die Trocknungszeit und sparen Energie.

Zusätzlich sollte man im regelmässigen Turnus (manche nutzen sie auch dauerhaft zu jeder Wäsche) Sauerstoffbleiche oder oder Ulrich Fleckensalz kombinieren (Sauberkeit und Flecken) hinzufügen.

  • Unterschied Entkalker/Enthärter:
Die Unterscheidung kann zur Verwirrung führen denn: Prinzipiell sind alle Kalklöser gleichermaßen Enthärter oder Entkalker.
Erst der Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, um was es sich genau handelt. Ein Enthärter ist auf Zeolithbasis und macht die Wäsche zwar sauber (Kalkseifen!) aber nicht weich, da sich die Zeolithe und Rückstände vom Pulverwaschmittel auf die Fasern setzen. Ein Entkalker hingegen macht weiche Wäsche, weil er auf Milch- oder Zitronensäure basiert und keine Rückstände hinterlässt. Leider ist ein flüssiger Entkalker nicht direkt mit Pulverwaschmittel kombinierbar. Manche schwören darauf, den flüssigen Entkalker ins Weichspülerfach zu kippen, so wird nicht gleichzeitig eingespült. Leider funktioniert das nicht immer – einen Versuch ist es wert.
 
Kombiniert man flüssigen Entkalker mit Flüssigwaschmittel, hat man noch weichere Wäsche (Pulver setzt sich wie gesagt immer ein stückweit ab). Problematisch dabei ist, dass viele konventionelle Flüssigwaschmittel einen hohen Tensidgehalt (und weitere problematische Inhaltsstoffe) aufweisen, was das Abwasser belastet.
 
Nun könnte man denken: Wunderbar, dann kombiniere ich Waschpulver und Zitronensäurepulver! Leider ist Zitronensäure nicht optimal für die Daueranwendung mit PUL geeignet. Hier kann man aber durchaus eine monatliche Kur machen oder PUL separat waschen. Milchsäure hingegen ist sanft zu PUL und kann bedenkenlos genutzt werden. Allerdings gibt es diese meines Wissens nicht als Pulver und sie ist in ihrer Flüssigform leider nicht mit Pulverwaschmittel kompatibel. Auch würden sich wahrscheinlich durch die Pulverform wieder Bestandteile absetzen und hart machen.
 
Generelles:
 
Enthärter und Entkalker sind beide für die Fällung von Kalkseifen zuständig.
Das heißt, wer hartes Wasser hat (ab circa 8,4 dH sollte man sich damit beschäftigen) produziert beim Waschen durch die Verwendung von seifenhaltigem Waschmittel Kalk (Kalk + Seife = Kalkseifen) immer Kalkseifen. Diese Kalkseifen machen unschöne Flecken und/oder beginnen zu stinken.
 
Bei Stoffwindeln ist dieses Problem viel gravierender als bei normaler Wäsche, da sich durch Urin, Verschmutzungen/Fett und die längere feuchte Lagerung mehr Ablagerungen/Bakterien bilden. Pulverwaschmittel hat einen hohen Seifenanteil. Hier ist also eine starke Verseifung ohne den Enthärter vorprogrammiert. Um Kalkseifen zu neutraliseren gibt man zum Waschpulver das Enthärterpulver entsprechend hinzu. Leider hat man so immer harte Wäsche. Die Ablagerungen von Pulverwaschmittel und Enthärterpulver sind immer da. Wer den Enthärter falsch dosiert, kann sogar stinkende Windeln bekommen. Konventionelle Waschmittel fügen hier Polycarboxylate hinzu (Co-Builder), es wirkt auch gegen Grauschleier. Die sorgen dafür, dass bei einer Überdosierung keine Rückstände auf den Fasern bleiben. Toll oder? Deswegen empfehlen viele Stoffwindelkenner konventionelles Waschmittel, es ist einfach ‚idiotensicherer‘.
Leider ist es so toll dann doch nicht, denn dieser Inhaltsstoff im Enthärter ist schwer biologisch abbaubar und wird durch die Kläranlage nur teilweise entfernt. Umweltfreundlichere Co-Builder (als Waschkraftverstärker) sind Natriumcarbonate oder Natriumsilikate wie sie beispielsweise im Enthärter von Sodasan enthalten sind.

Coming soon:

Sauerstoffbleiche, Waschsoda, Seife, Natron, Duftstoffe/Parfum/Ätherische Öle

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