Windelcheck: Smart Bottoms Dream Diaper AIO

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Seit kurzer Zeit gibt es die Dream Diaper von Smart Bottoms* bei Stoffywelt zu kaufen. Drei Monate testen wir sie nun und fühlen uns reif für den Windelcheck. Vielen Dank an Michelle für den netten Kontakt 🙂 .

Über Smart Bottoms:

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Christy Malone informierte sich kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter darüber, wie Wegwerfwindeln hergestellt werden und was für Materialien quasi 24 Stunden direkt auf der Babyhaut liegen. Das hat sie so geschockt, dass es für sie keinen Weg mehr zurück gab: Ab sofort mussten Stoffwindeln her. Allerdings hatte ihre Tochter massive Probleme mit Mikrofaserwindeln: Polyesterallergie (laut Christy haben 25-50% der Babys dieses Problem) ! Auf der Suche nach einer amerikanischen Firma, die moderne Windeln aus biologischer Baumwolle herstellt, ist sie zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. So beschloss sie zusammen mit ihrem Mann, Prototypen ihrer Idee von biologischen All-In-Ones herstellen zu lassen. 2010 startete Christy in Michigan ihre Firma Smart Bottoms, die schnell ein Erfolg wurde. Die All-In-One ist innen komplett mit Biobaumwolle verkleidet, welche nicht nur biologisch hergestellt ist, sondern bis zum Schluss der Produktion auf chemische Behandlungen verzichtet. Das ist das Besondere an Smart Bottoms: die Baumwolle wird im letzten Produktionsschritt nur mit siedendem Wasser behandelt. Christy ist der festen Überzeugung, dass man Babys so wenig wie möglich Chemie aussetzen sollte. So geschehen mit den Windeln von Smart Bottoms. Mittlerweile gibt es neben der All-In-One mit Biobaumwolle (Windelcheck hier), der „Dreamdiaper“ und All-In-Ones in Newborngröße* auch Überhosen* (Windelcheck folgt), Wetbags*, Trainerhöschen, Schwimmwindeln und noch einiges mehr.

Über die Materialien:

Das hat Smart Bottoms einfach raus: die Innenseite der Windel besteht inklusive der angesnapten Einlage aus 55% Hanf und 45% Biobaumwolle (GOTS zertifiziert) angebaut in Indien und in den Niederlanden überprüft. Die Außenseite besteht aus 100% atmungsaktivem, sehr hochwertigem Polyester (mit Polyurethan laminiert). Verarbeitet wird sie komplett in den USA. Wie schon im Thirsties Artikel erwähnt, ist Hanf das nachhaltigste Material, wenn es um Stoffwindeln geht.

  • Hanf benötigt beim Anbau keine Pestizide/Herbizide
  • Ist extrem robust („Unkraut“)
  • Verbraucht sehr wenig Wasser
  • Hanffaser ist zudem unempfindlich und sehr saugstark

Testteam „Worms“ hatte über den gesamten Testzeitraum keinen Trockner. Die Windel musste an der Luft getrocknet werden und wurde so hart/weich wie beispielsweise ein an der Luft getrockneter Baumwollsocken. Das ist für so einen hohen Hanfanteil ziemlich gut und hat uns überzeugt. Auch trocknete sie zügig, genauso wie reine Baumwollwindeln. Da die Windel über eine Pockettasche verfügt und die Einlage nur angesnapt ist, geht das Trocknen in etwa so fix wie bei der 3.1.

Die Waschroutine gestaltet sich unkompliziert:

  • Die Windel muss im Gegensatz zur Smart Bottoms 3.1 All-In-One nicht sechsmal vorgewaschen werden, um ihre höchste Saugkapazität zu erreichen. Die natürlichen Öle sind der Windel bereits größtenteils entzogen und sie saugt ab der ersten Wäsche
  • 60°C waschbar und trocknergeeignet. Bei Team Karlsruhe kam die Windel trotz Hanfanteil durchgetrocknet aus dem Trockner und musste nicht noch zusätzlich auf die Heizung
  • Oder jetzt im Frühjahr/Sommer einfach auf die Leine hängen 😉

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Über die Passform:

Im Vergleich zur Smart Bottoms 3.1 All-In-One sind uns keine Unterschiede aufgefallen. Smart Bottoms Windeln sind eher hoch geschnitten, enden quasi kurz unter dem Bauchnabel. Der Schritt ist schmal, die Beinbündchen weich und abgerundet. Allerdings muss man auch hier unbedingt darauf achten, die Beinbündchen nach innen zu rollen, damit die Nässe nicht nach außen tritt. Die Baumwolle sollte also von außen nicht mehr sichtbar sein. Die Snaps zum Verschließen der Windel, sitzen bei der Smart Bottoms sehr tief. Da kann es schnell eng am Oberschenkel werden. Unsere Testbabys waren trotz relativ schmaler Beine in der letzten oder vorletzten Einstellung. Gegebenenfalls muss die untere Reihe des Verschlusses etwas weiter gestellt werden als die obere. Beide Testteams sind von dem Schnitt des Verschlusssystems bis heute nicht absolut überzeugt. Wenn man die Windel vom Gefühl her eine Einstellung zu groß lässt, kann man aber Abdrücke vermeiden. Rein optisch sitzt sie am Kind sehr schön und macht keinen Hummelpo (siehe Fotos). Laut Hersteller passt die Windel von 5-16 kg. Für uns gut vorstellbar: die kleinste Einstellung ist etwas schmaler wie die Blueberry (die bei uns ab 5 kg gepasst hat) und in die größte Einstellung der Leibhöhe kann das Testbaby mit  13 Monaten noch ordentlich reinwachsen. Insgesamt gibt es vier Snapreihen in der Leibhöhe zum Mitwachsen, was wir super finden. Am Bauchumfang könnte es allerdings bei manchen knapp werden. 

Über die Saugfähigkeit:

Die Windel mit der zugehörigen langen Einlage ist in ihrer Saugfähigkeit mit der Smart Bottoms 3.1 in etwa gleichzusetzen. Ihre Leistungsgrenze hat sie bei dem 13 Monate Kind (Viel- & Schwallpiesler) ohne Booster bei 2 Stunden erreicht und nicht ausgelaufen. Um die Zeit zu erhöhen, einfach einen Thirsties Hanf/Baumwollbooster* in die Pockettasche einlegen. Bei noch mehr Pipivolumen ist auch noch Platz für eine Little Lamb* Einlage. Wichtiger Tipp: In die Pockettasche bei Viel-& Schwallpieslern keine Mikrofleece Einlage als Oberseite verwenden. Das Mikrofleece ist kurz wasserabweisend bis es saugt, da kann das Pipi dann aber schon zu den Bündchen gelaufen sein. Unter Naturfasern also am besten immer Hanf/Baumwollgemische oder Bambus verwenden.

 Smart Bottoms Dream Diaper vs AIO 3.1 :

Spannend war auch die Frage: Was sind die Unterschiede zur AIO 3.1 und welche ist besser?

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Wir persönlich würden das Material der 3.1 bevorzugen, weil es kuscheliger ist und genauso viel saugt wie die Dream Diaper. Die Einlage (bei der Dream Dialer länger und schmaler) darf gerne angenäht sein wie bei der 3.1, aber die Pocketfunktion vermissen wir bei der 3.1 sehr. Das Einwaschen der 3.1 hat uns auch nicht wirklich gestört. Die Pocketöffnung der Dream Diaper ist leider sehr „labberig“ und das angenähte Waschzettelchen stört ein wenig. Hier empfielt es sich, die Pocketlasche beim anziehen schön straff zu ziehen, dass sie nicht verknittert. Toll für uns wäre die AIO 3.1 mit einer Pockettasche 😉 . Leider also kein eindeutiger Sieger.

Über den Preis:

Die Windel gibt es bisher exklusiv bei Stoffywelt* und kostet 27,90 €.

Resumee:

Die Materialien sind super, die Saugfähigkeit mit einem passendem Booster überzeugend und die Designs einfach zum Dahinschmelzen. Wer mit der Passform der Smart Bottoms 3.1 glücklich ist, sollte der Dream Diaper eine Chance geben die Traumwindel zu werden, denn der Schnitt ist identisch…die Dream Diaper hätte es verdient.

Unsere Note:

1,5.

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*Diese Links enhalten Affiliate Links, ich bekomme einen kleinen Prozentanteil wenn ihr über den Link tatsächlich etwas kauft. Für euch enstehen keine Mehrkosten und der Blog „Stoffwindelguru“ darf weiter für euch wachsen und Berichte schreiben! DANKE! 

 

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Windelcheck: Charlie Banana Pocket Mikrofleece

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Vielen Dank an Andrea von Ananas Stoffwindeln! Ganz frisch ist dieser sehr hübsche Online Shop und ein Besuch lohnt sich unbedingt ♡. Wir durften schon den Artikel „Unsere Stoffwindel-Waschroutine“  mit einigen Links zum Shop bestücken und hier ist nun der erste Windelcheck für Ananas Stoffwindeln: Charlie Banana* 🙂

Über Charlie Banana:

CB logo

Gaëlle Wizenberg gründete im Jahr 2010 das in China ansässige und produzierende Stoffwindellabel „Charlie Banana“. Gaëlles zweijähriger Sohn wurde zur Geburt seiner Schwester gefragt, welchen Zweitnamen denn die kleine Charlie haben soll. Seine Antwort: „Banana“ 😀 ! Ab diesem Zeitpunkt war klar, das Label sollte „Charlie Banana“ heißen. Das Logo hat folgende Bedeutung: Wenn man es seitlich dreht, wird daraus das chinesische Symbol für „Doppelglück“. Der linke Teil steht für das C und der rechte für das B in Charlie Banana (CB). Die Grundmotivation für die Produkte von Charlie Banana ist der feste Glaube, dass jede noch so kleine Handlung einen Unterschied macht: Jede benutzte Stoffwindel minimiert den ökologischen Fußabdruck und ist somit ein kleiner Schritt für eine nachhaltigere Welt. Mittlerweile ist Charlie Banana eine international erfolgreiche Windelmarke und mit zahlreichen Auszeichnungen, wie dem „Earth Champion geschmückt. Außerdem unterstützt jeder Kauf von Charlie Banana Produkten die „Operation Smile“ Stiftung, welche eine kostenlose Behandlung von Gesichtsdeformationen bei Kindern finanziert und organisiert.

Über die Materialien:

In diesem Artikel stellen wir die Version mit Mikrofleece* vor (von Charlie Banana gibt es auch eine Pocketwindel aus Biobaumwolle*). Die Windel besteht außen aus 100% atmungsaktivem, sehr stretchigem Polyester mit Polyurethan beschichet. Innen ist die Windel komplett mit einem kuscheligen Polyesterfleece verkleidet. Die Saugeinlagen haben sich mittlerweile geändert: Die alte Version war auf beiden Seiten gleich und aus 66% Bikomponentenfaser und 34% Polyester. Aufgrund ihrer rauen Struktur, eignet sie sich nur für das Windelinnere. Die neuen Einlagen gibt es wie gewohnt in den Größen S und M/L, aber sie bestehen auf einer Seite aus 100% Polyester und auf der anderen Seite aus 83% Bikomponentenfaser und 17% Nylon. Die Polyesterseite kann nun auch außerhalb der Pockettasche an der Haut verwendet werden. Die Seite mit Bikomponentenfaser kommt in der Pockettasche nach oben, da sie besonders stark saugt. Bikomponentenfaser ist zwar generell sehr kratzig, aber die neue Version ist etwas feinmaschiger und weniger unangenehm auf der Haut.

Wir sind große Fans von Naturmaterialien. Jedoch nutzen wir Kunstfaserwindeln ab und an, wenn lange Autofahrten anstehen oder die Zeiten gerade stressig sind. Auch ist ihre Bedeutung für die Fremdbetreuung, also wenn lange Wickelintervalle wichtig sind, nicht zu unterschätzen. Das verwendete Material der Charlie Banana Mikrofleece saugt und speichert sehr viel Nässe. In puncto Waschen finden wir es schade, dass Hose und Einlagen nur bei 40°C gewaschen werden dürfen. Was bedeutet, dass die Windel nicht mit der normalen Windelwäsche bei 60°C gewaschen werden darf. Daran haben wir uns in unserem Testzeitraum natürlich nicht gehalten 😉 . Der Windel geht es immer noch prima. Wie die meisten Stoffwindeln, darf sie auf Schonstufe in den Trockner.

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Neue Einlagen mit zwei verschiedenen Oberflächen

Über die Passform:

Der große Pluspunkt dieser Windel: Die Charlie Banana ist eine sehr schmale und toll sitzende Windel. Der Steg zwischen den Beinen misst gerade mal 13cmUnter dem geöffneten Body versteckt, musste die Oma schon zweimal hinschauen, ob da überhaupt eine Windel drunter ist 🙂 . Die Onesize Windel geht von 3 bis 16 kg, was wir uns sehr gut vorstellen können, sie ist also schon von vielen Neugeborenen tragbar. So müssen nicht extra Neugeborenenwindeln gekauft werden.

Interessant ist auch die Größeneinstellung: Wer vorne Snaps zum Einstellen der Leibhöhe sucht, wird keine finden. Denn die Größe der Windel wird per Gummizugsystem verstellt. Das Prinzip ist einem vom BH wohlbekannt.Vorteile gegenüber Snaps: Man kann die Windel milimetergenau anpassen ohne Kompromisse zu machen. Die Einstellung bleibt während des Waschens und Trocknens bestehen und muss erst bei einem Wachstumsschub wieder justiert werden. Nachteil: Das Zugsystem ist recht klein und wir hatten Mühe das Gummi durch die Metallöse zu schieben. Hier hilft eine Nähnadel, damit geht es ganz fix. Das Testkind von 13 Monaten trug die Einstellung M-L. Die Windel wird durch zwei Snapreihen im Hüftbereich verschlossen.

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Über die Saugfähigkeit:

Die zwei mitgelieferten Saugeinlagen in Größe S und M/L (Abmessung: S ca. 29 cm lang, ca. 11 cm breit; M/L ca. 32 cm lang, ca. 11 cm breit) haben den Vorteil, dass sie sehr leistungsfähig und zuverlässig sind. In unserem Test mit einem 12 Monate alten Viel-und Schwallpiesler, hat die S-Einlage circa 2 Stunden gehalten. Die Kombination aus S und M/L Einlage hat das Potenzial zu circa 4 Stunden (was aber im Alltag eher vermieden werden sollte, ein Wickelintervall von maximal 3 Stunden ist empfehlenswert). Zusätzlich ist es natürlich immer möglich, eine weitere dünne Einlage dazu zu legen. Der Thirsties Hanf/Baumwollbooster hat sich hier sehr bewährt. An den Saugeinlagen sind große Etiketten angenäht, die man als Zuglasche benutzen kann, um die nassen Einlagen nicht berühren zu müssen.

Über die Pocketöffnung:

Die Pockenöffnung befindet sich vorne, das heißt im Bauchbereich des Kindes und ist mit einer großen Lasche bedeckt. Leider ist es so nicht möglich, dass die Einlage beim Waschvorgang von selbst herausfällt. Positiv daran ist, dass man in die Lasche obenauf eine Einweg-Saugeinlage klemmen kann. Dies kann praktisch sein, wenn man auf Reisen ist und kaum Windelwäsche möchte. Der Abfall ist immer noch geringer, als mit einer Wegwerfwindel und die Einlage ist plastikfrei.

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Warum überhaupt Pocket?

Vorteile:

  • Kann beliebig gestopft werden (von schlanker bis dicker Windel, je nach Bedürfnis).
  • Innen ist sie komplett verkleidet und keine Plastikteile stören.
  • Die verwendeten Einlagen können extrem saugstark sein, ohne die Haut auszutrocknen, da sie das Baby nicht direkt berühren.
  • Innenleben verwurschtelt nicht so schnell und kann bei aktiven Kindern super angelegt werden.
  • So einfach wie eine Wegwerfwindel und für Betreuungspersonen oder die KITA super geeignet.
  • Die Wickelintervalle können sehr lang sein. Je nach Situation ist das auch mal notwendig und man ist froh eine Pocket im Haus zu haben.

Nachteile:

  • Nach Gebrauch muss man die komplette Windel waschen, man kann also nichts tauschen.
  • Mehr Wäsche wie bei einer Überhose mit Einlage.
  • Das Stopfen kann nervig sein (für uns ist es der pure Spaß 🙂 ).

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Größenvergleich mit der Blueberry Pocket:

Die Blueberry Deluxe Pocket (hier im Check) ist, wie die Fotos schon zeigen, deutlich breiter im Schritt. Auch die Größenflexibilität ist bei der Charlie Banana mehr gegeben. Besonders kleine Babys profitieren von der Passform der Charlie Banana. Aber auch die größte Einstellung der Blueberry schafft es nicht an die Länge der Charlie Banana heran. In die Blueberry kann jedoch etwas mehr gestopft werden und das macht sie für ganz große Kinder (gerade auch wegen dem etwas breiteren Schritt) länger tragbar.

Über den Preis:

Bei Ananas Stoffwindeln kostet die Charlie Banana Pocketwindel mit Mikrofleece 22,00 €.

Resumee:

Der kleine „Mr.Blackcharles“ hat es uns schon angetan. Die Passform und die Größenflexibilität durch das Zugsystem sind eine geniale Sache, gerade für Babys mit etwas ungewöhnlicheren Maßen ein Segen. Die Saugfähigkeit entspricht der einer Microfaserwindel und ist dementsprechend hoch und zuverlässig. Da wir Naturfaserfans sind und uns wichtig ist, dass die Windeln auch regional produziert werden, bekommt die Charlie Banana Pocket Abzug. Auch die Angabe der 40°C Wäsche ist etwas schade. Sehr neugierig sind wir auf die Charlie Banana Organic, die es bei Ananas Stoffwindeln* im Shop als Paket gibt.

Unsere Note:

1,5.

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Wolle fetten: Der Weg zur dichten Überhose

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Um eine Wollüberhose wasserdicht zu machen, muss man sie fetten. Richtig behandelt reicht es aus, eine täglich benutze Wollüberhose circa alle 2-3 Wochen (oder bei Verschmutzung) mit einem Wollwaschmittel* zu waschen und sie danach über Nacht (oder circa 5 Stunden) in ein Lanolinbad zu legen. Wie das ganz einfach und sicher funktioniert erfährst du hier.

Do-it-yourself Lanolinbad mit Tanzeinlage

(circa 5 Minuten Arbeitsaufwand)

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Zutaten:

☆Dose Lanolin*

☆Wollwaschmittel (z.B. Ulrich natürlich)*

☆Kleines Schälchen

☆Kochendes Wasser

☆Eimer

☆Spülmittel (hautfreundlich und ökologisch wie z.B. Ulrich natürlich Aloe Vera)

☆Ein großes Handtuch

Wolle waschen wir persönlich per Hand, da man so zügig, faserschonend und energiesparend die Wolle reinigen kann. Dazu die Überhosen in lauwarmen Wasser im Handwaschbecken einweichen und pro Überhose einen Tropfen ökologisches Wollwaschmittel* dazugeben. Nach circa 10 Minuten wird das Wasser abgelassen und die Überhosen unter viel lauwarmen Wasser vom Wollwaschmittel und Rückständen befreit. Anschließend werden die noch nassen Überhosen auf links gedreht (die Hosen soll ja innen dicht sein) und gefettet.

In einem kleinen Schälchen 1/2 Teelöffel Lanolin (also pro Windel 1/2 TL) mit circa 200ml kochendem Wasser und 3-4 Tropfen Spülmittel (oder Babyshampoo) auflösen, bis alle Fettaugen weg sind und eine milchige Flüssigkeit entsteht. Die auf links gedrehten Überhosen an den Eimerrand hängen, bzw. die Wollsnapüberhosen mit der Wollseite nach oben an den Eimerrand hängen und die milchige Flüssigkeit über den besonders beanspruchten Nässebereich kippen. Am Ende sollte noch ein kleiner Rest Emulsion im Schälchen übrig bleiben. Die Überhosen nun in den Eimer rutschen lassen und diese mit handwarmen Wasser bedecken (nicht zu viel Wasser, die Windeln sollten gerade bedeckt sein). Den Rest der Emulsion nun ins Wasser kippen. Über Nacht stehen lassen (oder 5 Stunden) und am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Wollüberhose im Waschbecken sanft ausdrücken. Das Handtuch auf den Boden legen und die Wollüberhose drauflegen und mit dem restlichen Handtuch zudecken. Jetzt darf etwas auf der Hose getanzt und etwas getrampelt werden 😉 , damit die Feuchtigkeit herausgedrückt wird und die Überhosen schneller trocknen. Nach dem Tanz die Hose aus dem Handtuch nehmen und flach auf einen Wäscheständer legen. Wer gut getanzt hat, hat nach circa einem Tag eine trockene Überhose und kann diese nun 2-3 Wochen verwenden. 

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Stoffy-Newbie: Nina und ihr Einstieg mit 11 Monaten

Und schon haben wir den zweiten Bericht unserer Serie über den Stoffwindeleinstieg. Nina berichtet über ihren Stoffybeginn mit ihrer elf Monate alten Tochter, die schon vorher in den Genuss von Teilzeitwindelfrei kam. Vielen Dank an die liebe Nina!

Mein Einstieg in die Stoffwindelwelt

Ja, ich gehörte zu der Mehrheit die heutzutage leider mit Wegwerfwindeln wickeln. Wenn es alle um einen herum tun, dann tut man das eben auch. So die heutige Gesellschaft – bis ich eines Tages das Zwergencafe in Karlsruhe/Ettlingen mit dem Thema Stoffwindeln besuchte. Ich hörte mir alles interessiert an, dachte aber: Meine Tochter ist ja schon neun Monate alt, da brauche ich mich auch nicht mehr umorientieren“. Eine andere Mutter fing aber daraufhin sofort begeistert mit den Stoffwindeln an und machte mir die Sache noch schmackhafter. Ich begann mich im Internet etwas zu erkundigen. Als Laie ist man da sehr schnell überfordert und schreckt zurück.

Aufgeben war aber nicht die Lösung! Meine Tochter verstärkte meinen Wunsch nach wiederverwendbaren Windeln, indem sie mehrmals täglich ihr großes Geschäft verrichtete und ich somit massenhaft Wegwerfwindeln wegschmeissen musste. Zum Pinkeln kann ich sie abhalten, das funktioniert sehr gut. Ich suchte im Internet nach einer Stoffwindelberatung und wurde schneller als gedacht in meiner Stadt fündig: „Stoffwindelguru“ in der Karlsruher Innenstadt.

Ein Beratungstermin war schnell gefunden, nur leider konnte mein Mann nicht dabei sein. Hoch motiviert wollte ich danach loslegen und dann das: Mein Partner war davon nicht begeistert und überrannte mich mit negativen Kommentaren, sodass ich mir selber unsicher wurde. Im Kontakt mit der Stoffwindelberaterin wurde ich aber nochmals bestärkt. Ich schlief eine Nacht darüber und am nächsten Morgen war mir klar, dass ich das zur Not alleine durchziehe!

Als unsere erste Stoffwindel eintraf, war meine Tochter bereits 11 Monate alt. Wir fingen an, tagsüber mit Überhosen von Windelzauberland* und Milovia* mit Einlagen zu wickeln und ich muss sagen: ES WAR SO EINFACH! In die Überhose lege ich eine Prefold aus Baumwolle und wenn es mal länger gehen soll, einen Hanf-Baumwollbooster unten drunter.

Und es tat so gut! Jede Einlage die ich in meinen Wäschesack gab, war erleichternd, denn ich hatte wieder eine Wegwerfwindel weniger!

Ebenso tat ich nicht nur der Umwelt etwas gutes, sondern auch meinem Kind. Ich muss die Vorteile einer Stoffwindel hier ja nicht präzise noch einmal aufführen.

Nach drei Tagen äußerte sogar mein Partner (der zuvor ja gegen die Stoffwindel war) dass diese wohl ja gar nicht so schlecht seien 😉 . Er behauptet heute sogar, dass Stoffwindeln bzw. die Überhosen besser anzuziehen seien, als die Wegwerfvariante.

Welcher Punkt mich am Anfang auch noch zurückschreckte: Die Wickelroutine zwischen zwei und dreieinhalb Stunden?! „Au Backe!“ denkt man sich da als Wegwerfwindel-Dauerbenutzer. Aber auch diese Angst, kann ich euch nehmen. Das wird zur Routine und ist alles Gewohnheit. Dein Kind wird sich entweder bevor es die Ausscheidung macht oder spätestens danach bemerkbar machen, denn bei den Stoffwindeln merkt das Kind die Nässe (außer man benutzt Wolleinlagen oder Trockenfleece ,was nachts geschickt sein kann). Diesen Effekt nennt man Elimination Communication. Es kann sich also eine Ausscheidungs-Kommunikation zwischen der Bezugsperson und dem Kind einstellen. Ein sehr positiver Nebeneffekt, wie ich finde.

Was ich noch erwähnen kann: Es stinkt nicht mehr in der Wohnung und die Zeit der endlosen Müllsäcke, die wir alle 3 Tage heruntergetragen haben, ist vorbei. Dafür wasche ich jetzt alle 3-4 Tage. Aber ich als Waschmuffel und Falschwascher, habe das mit der Hilfe meiner Stoffwindelberaterin im Griff. Sie hat mich super über die Waschmittel aufgeklärt und mir die Angst genommen. Ich habe gefühlt 100 Fragen gestellt und 100 Antworten darauf bekommen. Dadurch aber auch keine Fehlkäufe getätigt.

Vielen Dank an meine Bekannte Nathalie, mit der ich mich toll über Stoffwindeln unterhalten kann und vor allem an Julia Beck, die Stoffwindelberaterin! Der Austausch mit euch hat mein Leben absolut bereichert.

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Stoffy-Newbie: Jessica und ihre Nachtwindel

Ein neues Artikelformat sagt Hallo!

„Stoffy-Newbie“ veröffentlicht kurze Erfahrungsberichte von Einsteigern und fortgeschrittenen Stoffwicklern. Vielleicht findet ihr euch in der ein oder anderen Beschreibung wieder und gewinnt so wertvolle Ideen und Tipps? Das wäre das Ziel!

Jessica hat einen tollen Instagram Account namens jessys_wonderful_life. Zum Stoffwickeln ist sie durchs Internet gekommen: Bei YouTube fand sie Videos von Hellcat any über Stoffwindeln und dann informierte sie sich weiter beim Stoffwindelblog Windelwissen. Sehr hilfreiche Tipps fand sie auch beim Onlineshop Stoffywelt. Vor Ort konnte sie sich im Fachhandel von Schützling auch super beraten lassen. Hier nun ihre Erfahrungen mit der Wollüberhose von Disana über einer Petit Lulu Maxi (beides in unserem Windelcheck auch detaillierter nachlesbar).

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Jessy über ihre Windelerfahrungen bei Nacht

Dazu sag ich nur: NASSE Nächte… verzweifelte Mummy… aber aufgeben gibt es nicht!

Wir haben einiges getestet, jetzt ist der Babykerl neun Monate alt und unsere Nächte trocken, juhu!!! Unsere Geheimwaffe ist die Stoffykombi Petit Lulu Nachtwindel und darüber eine Disana Wollüberhose. Die Petit Lulu Nachtwindel ist bis jetzt die erste Nachtwindel die bis zum nächsten morgen sogar noch Saugkapazität hätte. Nur die PUL Überhose konnte uns nicht 100% überzeugen sie sah einfach unbequem aus, machte Abdrücke und verrutschte öfter mal.

Erste Erfolge machen Mut: Vielleicht doch mal die Wollys testen ? Diese „ollen Öko Dinger“… Anfangs dachte ich, es sei total kompliziert, zu viel Stress, irgendwie ekelig oder? Aber das komplette Gegenteil war der Fall:

Das Waschen und Fetten ist soo easy (ich fette mit einer fertigen Wollkur von Disana, geht super fix) und die Wolle ist bequem, weich, atmungsaktiv und wirklich 100% dicht!
Ich finde, dass die Wolly sogar weniger Arbeit und weniger Wäsche macht, zudem riecht sie nach dem täglichen lüften nicht. Waschen ist nur bei Verschmutzung oder im Turnus einmal pro Monat nötig. Krass oder?

Ich muss ganz ehrlich zugeben, hätte ich das früher gewusst, wäre es zu einfach gewesen ;-P. Ne ehrlich, das hätten wir uns früher trauen können 😉

Die Jessy

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