24 Stunden Stoffwindeln & Windelfrei – Alicia

In Anlehnung an Julias früheren Beitrag zu 24 Stunden Stoffwindeln & Windelfrei – Julia (aktuell überarbeitet zu 2.0) gibt es hier nun unseren Tagesüberblick. Stichwort Windelfrei – für uns ist das wortwörtlich gesehen nicht der passende Begriff. Wir halten in Standard-Situationen (beim Wickeln, nach dem Schlafen oder Tragen) ab, das klappt gut. Es ist ja lediglich ein Angebot, dass er nutzen kann, um sich ausserhalb der Windel zu entleeren. Also kein Töpfchen-Training sondern ein Zusatzangebot ans Kind.

Info zum Stoffwindelkind: 9 Monate alt, Junge, Viel- & Schwallpiesler.

Ich wickle ausschließlich mit Naturmaterialien (und PUL als Aussenschicht). Ich nutze keine Windeln mehr mit Mikrofleece und verzichte auch auf jegliche Stay-Dry-Liner. Erstens habe ich das Gefühl, dass er das nicht so gut vertragen hat, zweitens klebte es immer an seinem Po und fluste dann ganz schrecklich und drittens spült Fleece besonders viel Mikroplastik aus. Da ich keinen besonderen Nutzen in Mikrofaser sehe, versuche ich darauf zu verzichten.

Von der Nacht in den Tag

Nachts benutzen wir, seitdem er vier Wochen alt ist und kein Stuhlgang mehr nachts kommt, Höschenwindeln. Höschenwindeln (kurz Höwi) bestehen komplett aus Saugmaterial und sind daher besonders für lange Wickelintervalle geeignet. Kommt noch alle 2-3 Stunden Stuhlgang, wird so viel Saugmaterial nicht benötigt und es erzeugt nur unnötig viel Wäsche. Sie können aber grundsätzlich natürlich super benutzt werden, um bei Neugeborenen Muttermilchstuhl zu halten. Dann einfach die mitgelieferten Einlagen weg lassen, dass das Paket schön klein ist und dem Pipi-Volumen angemessen.

Als er noch so klein war, gestaltete es sich schon schwierig, etwas zu finden, was seinen Pipi-Mengen standhielt, ohne zu dick aufzutragen. Ich war dann mit der Höschenwindeln von Blümchen (Bio-Baumwolle) sehr glücklich. Doch irgendwann mußten auch diese weiterziehen, da sie nicht mehr ausreichten. Ich hörte dann auf die gängige Meinung und kauft Anavy Höschenwindeln (Bambus & Polyester). Diese saugen zwar sehr viel, aber machen auch ein Riesen-Paket! Außerdem gefällt mir die Materialzusammensetzung nicht (20% Polyester). Zum Glück bekam ich von Allerleiwindeln eine Responsible Mother Höwi (Hanf-BW-Gemisch) und die Höwi von Windelzauberland (Hanf-Bambus-BW) zum Testen. Seitdem gibt es nachts selten etwas anderes, denn die zwei sind meine absoluten Favoriten, was Saugvolumen und Passform angeht. In der Not nutze ich auch noch Ellas House Bumhugger (das Mikrofleece habe ich raus geschnitten, damit ich sie nicht verkaufen muss), aber sie sind in der Leibhöhe sehr hoch. Für mehr Infos: Höschenwindelcheck

Normalerweise sind wir mit Wollschlupf-Überhosen für die Nacht sehr glücklich gewesen. Aktuell riechen aber auch die unerträglich. Ich denke, dass es am Zahnen des kleinen Mannes liegt, wobei die Höwis drunter ganz normal riechen. Evtl ist es auch nur die Mischung aus Urin und Schaf, die mir grad nicht liegt. Wolle für die Nacht ist nämlich super, da es kleine Unfälle auffängt, denn Wolle ist als Naturmaterial auch saugfähig. Weitere Infos zu Wolle findet ihr bei Natürlich Wickeln.

Wir haben daher letzte Nacht mal wieder eine PUL-Überhose für die Nacht genommen. Dafür eignet sich die Blueberry Capri und die Überhose von Rumparooz gut, da diese recht groß geschnitten sind und über alles drüber passen.

Abhalten in der Nacht haben wir nie gemacht, es wurde aber auch nie eingefordert. Selten wird er allerdings nachts wach und will noch mal ne Stunde toben. Da halte ich ihn oft auch noch mal ab – auch wenn ich mich dann über eine „verschwendete“ halb volle Höschenwindel ärgere, denn natürlich ziehe ich ihm nach dem Abhalten eine neue Windel an. Aber ich merke, dass er nach dem Abhalten besser zur Ruhe kommt.

Aufstehen

Morgens nach dem Aufwachen (7:00 Uhr) darf ich nicht zu lange trödeln, denn der kleine Mann muss Pipi. Er kommuniziert das zwar nicht, aber ich weiß es. Denn setze ich ihn früh genug auf sein Töpfchen, dann kommt da ein ordentlicher Schwall. Ob ich zu spät bin, merke ich schon an der Höschenwindel – die ist dann nämlich deutlich wärmer durch das frische Pipi. Auch bieten die Höwis immer einen eingebauten Füllstand-Anzeiger (siehe Bild).

Wir wickeln ausschließlich auf dem Wickeltisch (oder mal auf dem Boden daneben). Auch das Töpfchen hat dort aktuell seinen Platz. Das ist für uns immer noch praktisch, da alles seinen Platz hat und nicht überall im Haus Windeln zu finden sind.

Seit ein paar Wochen hat sich eine tolle neue Routine hier eingeschlichen, denn seit wir das Töpfchen von Ikea haben, kann der junge Mann selbst entscheiden, ob er fertig ist oder nicht. Ich biete ihm zwischendurch an, ihn runter zu heben, wenn er mir entgegenkommt, alles gut – wenn nicht, dann braucht er noch. Und das stimmt dann sogar! Er ist dann noch nicht fertig. Ich bin jedes mal wieder begeistert, wie gut die Kleinen das schon wissen und können und was wir ihnen eigentlich alles wegnehmen, wenn wir da nicht auf sie achten! So wird sich morgens derzeit einmal entleert und oft war’s das dann schon an Stuhlgang für den Tag. TOP!

Morgens wasche ich den Intimbereich immer einmal ab, damit der Geruch vom Urin der Nacht weg geht. Ich nutze nur warmes Wasser und diverse Waschlappen (Avo&Cado, Windelmanufaktur, Anavy).

Je nach Tagesplanung kommt dann eine Überhose (Favoriten aktuell: Mommy Mouse, Imagine, Best Bottom) mit Mullwindel (oder ) ans Kind, da wir vormittags meistens zuhause verbringen. Ich schätze dieses System sehr, da ich einfach merke, wie wenig Wäsche es verbraucht. Die Windeln sind immer schon fertig vorbereitet/gestopft im Regal und so griffbereit. In jeder Windel ist außerdem ein Windel-Vlies, was sich sehr oft waschen läßt. An Mullwindeln nutze ich am liebsten die 80cm von Katal, weil sie so dünn sind. Mittlerweile passen aber auch die XKKO„Alte Zeiten“ gut. Ich falte zum Steg, aber so dass vorne das doppelte Saugmaterial liegt. So bleibt der Po schön flach und vorne kann ordentlich gepullert werden. Beim Tragen irritiert mich das zwar manchmal, weil dann vorne so viel Windel ist, aber seitdem hält hier wieder alles dicht!

links für Jungs, rechts für Mädchen

Vormittag

Den Vormittag verbringen wir meistens zuhause. Für mich gibt es koffeinfreien Kaffee, für das Baby ein Quetschie (Link zum Test, auch wenn ihr das Modell glaub nicht habt) mit Obstmark und Haferflocken. Dann wird gespielt bis zum Frühstück – und danach geht’s gleich weiter.

Hat er sein großes Geschäft noch nicht direkt nach dem Aufstehen gemacht, muss ich sehr aufmerksam sein, um sein Signal dafür zu erkennen. Er wird dann ruhig und drückt etwas. Dann heißt es, husch husch, nach oben! Erkenne ich es nicht, dann macht er nur eine kleine Menge in die Windel und hält den Rest bis zum Abhalten ein. Eine schreckliche Vorstellung! Aber die Mengen, die er ins Töpfchen macht, sind noch nie in der Windel gelandet – das hätte auch gar nicht gehalten!

Mittagsschlaf

Gegen 11 wird hier meistens das erste Mal geschlafen. Vorher halte ich ihn ab und es gibt es eine frische Windel: Erstens sind dann 2-3 Stunden um und ich gehe lieber auf Nummer sicher. Außerdem ist es bestimmt angenehmer, in einer halbwegs trockenen Windel einzuschlafen. Gerne würde ich mal probieren, ihn im Schlaf ohne Windel zu lassen, aber bisher habe ich mich das noch nicht getraut. Er schläft je nach Situation 30-60 Minuten.

Hat er sein großes Geschäft immer noch nicht gemacht, wird wieder nach dem Schlafen abgehalten. Sonst vergesse ich das leider nach dem Schlafen oft – obwohl da auch meistens ein schöner Schwall kommt!

Mittag

Hier sind wir unterwegs. Ich wickel nach dem Mittagsschlaf also meistens schon mit einer Windel, die ein langes Intervall aushält, da ich weiß, dass ich entweder vergesse zu wickeln oder es oft einfach keinen angenehmen Raum dafür gibt. Ich booste dann die Mullwindel mit einer Einlage aus Hanf-Bambus-BW-Gemisch. Die genauen Ml-Zahlen dazu folgen bald auf dem Blog! Oft nehme ich noch eine Woll-Snap, da diese zur Not auch noch mal was saugen kann. So kommen wir auf 4-5 Stunden ohne Wickeln.

Für unterwegs packe ich oft AIOs oder Pockets ein, damit die Windel nicht auseinander fällt. (Favoriten: Mommy Mouse, Bumgenius und Thirsties Pocket – besonders mit der Hanfflat eine Wucht!) Das ist wirklich der große Vorteil von Komplettwindeln. Auch dass ich sie danach einfach in die Wäsche schmeißen muss, ist hier nicht schlimm – denn eine PUL-Überhose, die den halben Tag mit einer vollen Mullwindel lag, kann ich auch nicht noch mal nutzen, da sie dann müffelt. Ich vergesse übrigens oft den Wetbag. Ich rolle und falte die Windel dann so zusammen, wie man es bei Wegwerfwindeln macht. So sind sie relativ auslaufgeschützt und können auch in die Seitentasche meines Wickelrucksacks.

Nachmittagsschlaf

Oft schläft der kleine Mann schon auf dem Heimweg ein, sonst gibt es direkt zuhause das Töpfchen, eine frische Windel und dann geht er noch mal ins Land der Träume. Er schläft meist zwischen 15 und 17 uhr 30-60 Minuten, so dass er am Tag maximal auf 1,5 Stunden kommt.

Abend

Hier wird meistens immer noch mal 1-2 Stunden vorm Schlafengehen gewickelt. Das könnte ich auch mit einem Booster überbrücken, finde ich aber auch nicht schlimm. Ich nehme dann für das letzte Intervall oft eine dünne Windel wie die Grovia, die nur für das kurze Intervall noch ausreichend ist. Oft machen wir abends aber auch eine Runde Windelfrei.

Dies geht bei uns nur im Wickelzimmer, da in den anderen Räumen das Parkett nur geölt ist und somit alles aufsaugen würde. Der Raum ist aber groß und es gibt viel zu entdeckt (Schränke, Schubladen, Spielbogen – im Moment ist ja alles neu zu erforschen). Wenn er da kurz pullert, ist das nicht schlimm. Es wird kurz weggewischt und weiter geht’s. Manchmal ziehe ich ihm auch eine ganz dünne Höwi an oder versuche mit dem Windelfrei-Gürtel eine Einlage an ihm zu befestigen. Dann sieht er aus, wie ein kleiner Sumo-Ringer. Langfristig möchte ich aber diese Zeit auch nutzen, um sein Pipi-Signal oder -Verhalten zu erkennen. Und ihm die Möglichkeit geben, sein Töpfchen auch dafür nutzen zu können. Aktuell schmeißt er da lieber sein Bausteine rein!

Sobald er quakig wird und das Augenreiben zu nimmt, mache ich ihn bettfertig. Dann gibt es die o.g. Nachtwindeln, meistens nur einen Langarmbody (Familienbett) und dann beginnt die Einschlafbegleitung.

Tipp:

Um das passende System für euch zu finden, schaut euch euren Alltag und eure Prioritäten an. Was ist wichtig? Zeit? Flexibilität? Kommunikation? Bequemlichkeit? Ruhe? Die Stoffwindel- Windelfreiwelt hat für jede Familie etwas Passendes, manchmal muss man sich nur trauen und es einfach mal probieren. Eine persönliche Stoffwindelberatung mit Windelfreitipps kann euch hier einiges Abnehmen und das Herumprobieren überflüssig machen. Schaut doch mal hier (Link zu den Stoffwindelexperten) vorbei, vielleicht findet ihr jemand nettes in eurer Umgebung.

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